Bei Fragen zur Predigt: >>>E-Mail an Dr. Martin Langstädtler


Thema
: Gott offenbart sich den Menschen
(Johannes 1,1-14)

Die meisten Menschen können mit Jesus Christus nichts anfangen. Selbst wenn sie an Gott glauben, spielt Jesus Christus nur eine untergeordnete Rolle als guter Mensch. Als Vorbild wird er vielleicht akzeptiert. Für die meisten Menschen besteht zwischen Jesus und Gott nur in sofern ein Bezug, als dass Jesus es geschafft haben dürfte, durch sein Gott wohlgefälliges Leben in den Himmel zu kom­men.

Wer ist dieser Jesus Christus? Warum ist er gekommen? Welche Bedeutung hat er? Zweifellos muss seine Bedeutung groß sein angesichts der Tatsache, dass er nur kurze Zeit wirkte, keine Bücher schrieb, von den Bedeutenden der damaligen Welt kaum beachtet wurde. Dennoch ist er bis heute bekannt und die meist gehaßte und meist geliebte Person der Weltgeschichte.

Was ist das Geheimnis Jesu Christi? Wer ist er? Das Johannes-Evangelium ist voll von Aussagen, die Jesus Christus über sich selber macht. Wenn man diese Selbstzeugnisse Jesu gründlich studiert, be­kommt man Antworten. Beginnen wir mit dem Anfang.

Im Anfang war das Wort

Joh. 1, 1-3:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2 Dieses war im Anfang bei Gott.
3 Alles ward durch dasselbe, und ohne dasselbe ward auch nicht eines, das geworden ist.

Das griechische Wort logos, welches in diesen Versen mit „Wort“ übersetzt wird, bedeutet so viel wie „Erstinformation“, Urkraft. Durch dasselbe ist alles, was besteht, geschaffen worden. In der Chi­nesischen Bibel wird dieses logos mit „Dao“ übersetzt. Dieses Wort ist identisch mit dem Wort „Dao“, welches in der von Laozhe beschriebenen Philosophie des Daoismus verwendet wird.

Dieses Wort logos wurde in der Zeit des antiken Griechenlands nicht personal verstanden. Dieses Wort steht für eine unpersönliche Urgewalt, die überall schöpferisch wirkt und daher überall sein kann. Man konnte aber diese Kraft nicht genauer beschreiben, weil man über zu wenig Informationen verfügte. Das chinesische Wort „Dao“ beschreibt genau das gleiche: eine überall wirksame schöpferi­sche Energie, die alles in Bewegung setzt, ohne selbst personale Eigenschaften zu besitzen. Diese schöpferische Energie war also im Anfang. Nicht am Anfang, sondern im Anfang. Das Wort „im“ geht von einem Raum bzw. Körper aus, in dem sich etwas befindet. So könnte man das „Wort“, das „im Anfang“ war, als eine schöpferische Energie beschreiben, die im Anfangszeitraum vorherrschte. Sie ist gewissermaßen die vor dem „Urknall“ vorhanden gewesene Anfangsenergie, wie heute einige Wissenschaftler annehmen.

Berühmte Menschen, wie z.B. Albert Einstein oder Albert Schweitzer, glaubten ihren Aussagen ge­mäß an Gott. Wie sah ihr Gott aus? Er war keine Person, sondern eine universelle Kraft, vor der man Respekt haben sollte. Wenn man heute eine Umfrage machen würde, ob Gott eine Person sei oder nicht, würden viele meinen, Gott sei eine Idee, viele würden ihn als die unpersönliche Anfangsenergie beschreiben.

Würden wir allein die ersten drei Verse des Johannesevangelium als Information über Gott besitzen, kämen wir zu einer ähnlichen Schlussfolgerung. In diesen Versen ist nur von der Wirksamkeit des Wortes und seinem Aufenthaltsort die Rede. Bevor alles geschaffen wurde, war das Wort bei Gott. Es wurde noch nicht gesprochen. Dadurch, das Gott dieses Wort sprach, kam alles bestehende zu seiner Existenz. Was ist jedoch das Wort? Aus uns heraus wissen wir es nicht.

Die ersten drei Verse führen zu folgenden Fragen: Wie kam das Wort zur Wirkung? Wurde es ge­sprochen? Von wem? Gibt es für uns Menschen die Möglichkeit, das herauszufinden? Es gibt ver­schiedene Antwortversuche in Philosophien und Religionen, die über das Stadium des Versuches nicht hinauskommen. Gibt es eine Antwort? Eine Antwort könnte dem Menschen, der durch diese Anfangsernergie entstanden ist, Auskunft über seine Herkunft und Zukunft geben.

Niemand kann heute diese Frage beantworten. Das ist die Situation des in Sünde gefallenen Men­schen. Er weiß kaum mehr etwas von Gott und hat keine Erklärung außer der, dass es sich um eine große Energie handeln muss. Wie kann man erfahren, wer und wie Gott, dieses „Wort“ wirklich ist? Selbst der neu geschaffene Mensch Adam konnte es nicht wissen, wenn er nur diese Information aus den Versen 1-3 hätte.

Das Wort offenbart sich den Menschen

Joh. 1, 4:

In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Jetzt werden die Informationen konkreter. In dem Wort war das Leben. Kann in einem Wort leben sein? Die meisten Gesetzestexte in unserem Land haben enthalten viele Worte, die eigentlich nichts aussagen. Letzte Woche bekam ich von meiner Bank eine Mitteilung über Änderungen der Bedin­gungen zur Kontoführung. Ich kann euch versichern, obwohl ich ein „Studierter“ bin, habe ich kein Wort verstanden. Der Text ist so verfasst, dass er durch Erklärungen und Anwendungsbeispiele erst mit Leben gefüllt werden muss. logos beinhaltet nach unserem Bibeltext das Leben. Kann ein Wort an sich Leben beinhalten? Wenn ja, dann muss dieses Wort eine Person sein.

Das Leben war das Licht der Menschen, lesen wir weiter. Im Gegensatz zu menschlichen Worten, die wir oft erst mit Inhalt füllen müssen, hat logos uns Menschen mit Inhalt gefüllt: mit Leben und Licht. Das Wort, in dem das Leben war, war das Licht der Menschen. Wann? Bis wann?

Stellen wir uns vor, Adam wurde fünf Minuten, nachdem er erschaffen wurde, von einem Senations­reporter der BILD-Zeitung interviewt. Das Interview könnte wie folgt abgelaufen sein:

Reporter: „Guten Tag, Herr Adam. Sie sind der erste Mensch, so viel ich weiß. Ich bin sehr erfreut, Sie kennenzulernen. Wie fühlen Sie sich?“

Adam: „Danke, es geht mir sehr gut. Es ist nur noch alles etwas neu für mich.“

Reporter: „Wieso? So wie sie aussehen, sind Sie etwa 35 Jahre alt. Da haben Sie doch schon etwas Lebenserfah­rung...“

Adam: „Lebenserfahrung? Ich bin gerade fünf Minuten alt.“

Reporter: „Sie scherzen, Herr Adam. Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen? Sie sind mindestens 35 Jahre alt. Also erzählen Sie mir von Ihrem Leben hier. Meine Leser sind brennend daran interessiert, zu erfahren, wie das Leben des ersten Menschen ausgesehen hat.“

Adam: Ich kann Ihnen noch nicht viel erzählen, da ich gerade vor fünf Minuten erschaffen wurde.

Reporter: Wie bitte? Das glauben Sie doch selber nicht. Wir aus dem Jahr 2000 nach Christus wissen genau, dass Sie das Produkt einer mehrere Hundert Millionen Jahre biologischer Entwicklung sind.

Adam: Da scheinen Sie mehr zu wissen, als ich. So viel ich weiß, hat mich der Allmächtige vor fünf Minuten ge­schaffen und mir sein Leben eingehaucht.

Reporter: Aha, das glauben Sie also. Nun, es ist uns bekannt, dass frühere Generationen und Zivilisationen an einer gewissen Vorstellung von Gott festgehalten haben. Darüber sind wir hinweg. Es gibt keinen Gott, allenfalls eine göttliche Energie, die alles erfüllt. Aber Gott ist ein Produkt der Vorstellungen des Menschen.

Adam: Das verstehe ich nicht. Ich kenne Gott. Gerade hat er mich geschaffen, mir anschließend meine Umgebung gezeigt und mir meine Aufgaben, die ich hier für ihn erfüllen soll, erklärt...

Soweit das Interview mit Adam in der BILD-Zeitung. Aus dem Schöpfungsbericht der Bibel lernen wir, dass Gott nicht nur den Menschen schuf, sondern sich ihm auch sofort offenbarte. Gott sprach mit Adam und Eva. Das Wort, in dem das Leben war, gab dem Menschen Leben und dieses Leben war das Licht der Menschen. Der Mensch kannte Gott und lebte in Gemeinschaft mit ihm.

Dann kam die in 1.Mo. 3 beschriebene Katastrophe: der Mensch sündigte, verlor das ewige Leben, seine Beziehung zu Gott und die unmittelbare Nähe zu ihm. Der Mensch lebte von nun an in der Fin­sternis. Er war danach jedoch nicht ohne Informationen von Gott, wie wir aus Vers 5 herausfinden.

Joh. 1, 5:
Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.

Wie schien das Licht in der Finsternis? Ist es wahr, dass die Finsternis das Licht nicht erfaßt hat? Laßt uns anhand der biblischen Weltgeschichte studieren, wie, wann und wo das Licht in der Finster­nis schien:

Ab 2.Mo. lesen wir, wie sich Gott den Kindern Israels offenbart, ihm seinen Willen bekannt gibt und sie segnet und führt, wenn sie ihm gehorchen, sie aber bestraft, wenn sie sich anderen Göttern zu­wandten. Israel wusste durch Mose und die Propheten sehr genau, wer Gott war. Das zeigt allein die traurige und wechselhafte Geschichte dieses Volkes. Sie sündigten und wußten danach immer wie­der, dass sie Buße tun müßten, um Gottes Segen und Gnade zu erfahren.

Israel ist der Beweis für das in der Finsternis scheinendende Licht. Das hatte Auswirkungen auf an­dere Nationen. Dafür folgende Beispiele:

Auch wenn es Nationen gab, die von Israel zu weit entfernt waren, gab es weltweit das Licht, das in die Finsternis schien. Paulus erwähnt diese allgemeine Offenbarung Gottes an folgenden Stellen:

Apg. 14,16-17:
Gott, der in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen ließ, wiewohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und eure Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte.

Rö. 1,19-20:
weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart, - denn das Unsichtbare von ihm, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden, wird geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien;

Was haben die Menschen mit dem Licht gemacht, das in ihre Finsternis schien? Sie haben es wohl er­kannt, aber haben es abgelehnt, genau wie wir in Vers 5 lesen können.

Rö. 1,21:
weil sie, Gott kennend, ihn weder als Gott verherrlichten, noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen, und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde:

Das Licht kam in die Welt

Um das Jahr Null unserer Zeitrechnung war die Welt zerrüttet von Chaos, Kriegen, Intrigen und Na­turkatastrophen. Millionen Menschen starben ohne eine Perspektive. Obwohl man diese Zustände als Gericht Gottes verstehen könnte, verstanden sie nicht. Sie verehrten irgendwelche Götter, bedienten sich der Kräfte von Geistern und taten, was sie wollten. Das Römische Reich war in der Blüte seiner Macht, begann aber schon zu degenerieren. Götter wurden zwar verehrt, in Wirklichkeit glaubte aber niemand an sie. Sie waren Stein- und Holzfiguren ohne Einfluss und dienten der herrschenden Klasse zum Erhalt der Macht. Der Kaiser in Rom machte sich selbst zu einem Gott.

Während die ganze Welt fern von Gott war, lebte der Überrest eines einst bedeutenden Volkes in den Autonomen Gebieten des Römischen Imperiums, in Judäa und Galiläa. Sie waren zerrüttet und gebeutelt, Israel hatte den Glanz seiner Zivilisation schon längst hinter sich gelassen. Wenn ich mit Chinesen zusammen den Jesus-Film anschaue, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie denken: Was ist das für ein erbärmliches Volk, in das Jesus hineingeboren wurde verglichen mit dem hochzivilisierten China der Antike. Galiläa und Judaä waren wirklich das letzte, was die Welt zu bie­ten hatte. Israel war am Ende. Dennoch hielten seine Einwohner Gott die Treue, beteten ihn an und versuchten, sein Gesetz zu halten.

Joh. 6-10:
Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis, auf daß er zeugte von dem Lichte, damit alle durch ihn glaubten.
Er war nicht das Licht, sondern auf daß er zeugte von dem Lichte.
Das war das wahrhaftige Licht, welches, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.
Er war in der Welt, und die Welt ward durch ihn, und die Welt kannte ihn nicht.

Da trat Johannes auf und bezeugte das Licht, das von Gott in die Welt gekommen ist. Er forderte auf, Gott zu glauben. Durch Glauben kann Israel, kann jeder Mensch die Wirkung des Lichtes erfah­ren. Wie wird dieses Licht beschrieben?

Ab Vers 10 ist nicht mehr vom Licht die Rede, sondern von einer Person. Er, das Licht, kam in die Welt, die er erschaffen hatte. Die Welt wurde durch ihn geschaffen. Wer ist er? Er ist das Wort, das im Anfang bei Gott war, Gott selber ist, derjenige, der alles geschaffen hat. Wir lernen weiter, dass die Welt, die er erschuf, ihn nicht kannte. Selbst sein Volk Israel kannte ihn nicht. Die Welt hatte sich durch sündenvolle Geschichte von ihm entfremdet.

Das Wort wurde Fleisch und kam in sein Eigentum

Joh. 11-14:
Er kam in das Seinige, und die Seinigen nahmen ihn nicht an;
so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater), voller Gnade und Wahrheit;

Nachdem das Wort Fleisch geworden ist, unter Menschen wohnte und sie seine Herrlichkeit sehen ließ, gibt es keinen Zweifel mehr: Das logos, das Wort ist keine anonyme universell wirksame Kraft, sondern eine Person. Sie heißt Jesus Christus. Nur in seinem Namen gibt es Rettung von der Sünde und ewiges Leben. Nur durch ihn kann man Gott kennen lernen, denn er ist Gott. Er ist derje­nige, der alles geschaffen hat. Er ist derjenige, der Adam zuerst gesagt hat, was er tun soll. Er ist derjenige der verschiedenen Personen Israels als Herr der Heerscharen erschienen ist, der Oberbe­fehlshaber der himmlischen Streitkräfte. Er ist der YAHWE des Alten Testamentes.

Die Menschheit steht nun vor einer einzigen Frage. Dies wird die Hauptfrage in Gottes Gerichten über die Völker und im letzten Gericht sein. Dies ist die Hauptfrage des Johannes-Evangeliums: Wie stehst Du zu Jesus? Wie stehst Du zum fleischgewordenen Wort?

Zunächst einmal lesen wir in Vers 11, dass er in das Seine kam. Die Seinen nahmen ihn nicht an. Sein Volk Israel, das sein Eigentum war, lehnte ihn überwiegend ab.

Wer ihn aber aufnahm, sei er von den Seinen oder von anderen Nationen, denen verschafft er eine neue Existenz. Diese Menschen sind danach nicht mehr wiederzuerkennen. Manchmal verschaffen Geheimdienste oder Polizeibehörden wichtigen Kronzeugen eine neue Existenz. Diese ist aber nicht dagegen, was das fleischgewordene Wort denen gibt, die ihn aufnehmen.

Wer Jesus aufnimmt, bekommt das Recht, Gottes Kind zu sein. Wie? Durch glauben an seinen Na­men. Das ist wie eine neue Staatsbürgerschaft. Ein Sünder, der an Jesus Christus zu glauben anfängt, wechselt die Seite. Dazu ist nicht viel notwendig. Der Seitenwechsel geschieht dadurch, dass man vor Gott ehrlich seine Sünde zugibt und Jesus Christus als Herrn und Retter aufnimmt. Ganz einfach. Ohne religiöse Rituale, ohne Vorleistungen.

Was geschieht mit dem, der das fleischgewordene Wort aufnimmt? Er wird von neuem geboren. Die Neugeburt geschieht nicht aus eigenem Willen, nicht durch natürliche Zeugung, sondern von Gott. Gott adoptiert denjenigen, der sein Wort aufgenommen hat zu seinem Kind, mit allen Rechten. Da diese Neugeburt nicht aus menschlichem Willen geschieht, bleibt auch nichts menschliches zurück. Wer Jesus Christus, das Wort Gottes, aufgenommen hat, wird durch den Tod Christus für unsere Sünden und durch seine Auferstehung so angesehen, als ob er niemals gesündigt hätte. Seine Sünde ist vergeben, er hat Begnadigung erfahren.

In Vers 14 kommt noch eine zusammenfassende Zeugenaussage:

Joh. 14:
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater), voller Gnade und Wahrheit;

Das fleischgewordene Wort Jesus Christus ist von den Jüngern gesehen worden. Sie folgten ihm nach. Sie haben seine übernatürlichen Fähigkeiten gesehen, haben seine Weisheit gehört und haben mehrmals erlebt, dass eine Stimme aus dem Himmel ihn als Sohn Gottes bestätigte. Sie haben seine Herrlichkeit gesehen. Die meisten, die Jesus Christus folgen, haben ihn nie gesehen. Sie haben aber Vergebung der Sünden erfahren und bekamen das Zeugnis des Heiligen Geistes, der zu ihrem Geist spricht, dass sie Gottes Kinder sind.

Schlussfolgerung

  1. Das im Anfang das Wort war und bei Gott war und alles erschaffen hat, mag schön und gut sein, ist aber für uns sündige Menschen weder erklärbar noch verstehbar.

  2. Wenn es bei dem bliebe, wie es in den ersten drei Versen steht, hätte der Mensch keine Chance, dieses Wort kennenzulernen, es gäbe keine Sünde und damit keine Verdammnis. Es gäbe aber auch keine Erklärung für das Leid, das Elend unseres Lebens. Alleingelassen von Gott wäre das Leben hoffnungslos, da hilft es auch nicht, sich selbst irgendwelche Hoffnungen und Perspektiven aufzubauen.

  3. Wenn das Wort bei Gott alles bestehende geschaffen hat, kann das bestehende nur einen Sinn be­kommen, wenn sich das Wort für die Geschaffenen verständlich macht. Das tat das Wort. Es war das Licht des Lebens. Wir haben das Zeugnis dieses Lichtes an verschiedenen Beispielen gesehen.

  4. Allein seinem Volk Israel hat sich das Wort offenbart. Er gab ihnen sein Gesetz, machte seinen Willen in einer nicht vergleichbaren Genauigkeit bekannt. Obwohl das Wort voll Liebe, Gnade und Erbarmen zum Volk Israels sprach, bevor Mose zum Berg Horeb hinaufging, war es für die sündigen Menschen zwar hörbar, aber furchteinflößend.

  5. Wenn Gott spricht und das Volk fürchtet sich, welche besseren Möglichkeiten gibt es für das Wort und das Licht des Menschen, sich zu offenbaren? Es gibt keine besser Möglichkeit, als die, die das Wort wählte: Es wurde Mensch. Gott lernte in Jesus Christus Menschsein und blieb Mensch bis zu seinem Tod am Kreuz ohne Sünde und mit Würde.

  6. Wenn das Wort Mensch wird, kann es von Menschen verstanden werden. Jesus Christus, der Oberbefehlshaber der Himmlischen Armeen, das Wort, durch das alles bestehende entstanden ist, verließ seinen Kulturkreis und ließ sich in der erbärmlichsten Ecke der Welt nieder unter einem völlig unbedeutendem Volk.

  7. Das tat Gott, um uns seinen Willen zu erklären und jedem verlorenen Sünder einen Seitenwechsel zu erleben. Der Mensch hat die Wahl: Sklave der Sünde oder Sklave der Gerechtigkeit Gottes zu sein (Rö. 6,17-18). Er bieten dem verlorenen versklavten Menschen eine Neugeburt an und gibt ihm die Rechte von Kindern Gottes. Einzige Bedingung: Glaube an den Namen des Sohnes Got­tes.

  8. Seitdem das Wort Fleisch wurde, hat kein Mensch mehr eine Entschuldigung. Jedes Kapitel im Johannesevangelium stellt den Leser vor die Frage: Wie stehst Du zu Jesus, dem fleischgeworde­nen Wort?

In Joh. 14,6 sagt Jesus, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben sei. Niemand kommt zu Gott, außer allein durch ihn. Gehst Du den Weg Jesus? Studierst Du und identifizierst Du Dich mit der Wahrheit Jesus? Lebst Du das Leben, das Jesus lebte? Wenn nicht, ist es Zeit, die Seite zu wechseln, sonst hast Du keine Zukunft.