Hier ein Beitrag über das eigendliche Ziel eines jeden Christen:
(Behandelt auch das Thema Heilsgewissheit.)

Der Eingang in das ewige Reich

Denn also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. (2.Pe. 1,11).

Das ewige Reich unseres Herrn Jesus Christus - ein wahrhaft lohnendes Ziel! Soweit wir eine Wiedergeburt erlebt haben und Jesus Christus als den Herrn unseres Lebens kennen, werden wir dieses Ziel erreichen.

Aber wie genau schildert die Bibel den Eingang in dieses Reich für den einzelnen Christen? Die oben erwähnte Dareichung eines reichlichen Einganges setzt das Vorhandensein gewisser "Dinge" voraus: ....... indem ihr allen Fleiß anwendet, in eurem Glauben aber die Tugend, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, ........ (2.Pe. 1,5-8).

Ein reichlicher Eingang in das ewige Reich ist demzufolge nicht selbstverständlich. Christen, bei denen diese "Dinge" nicht vorhanden sind, werden sicherlich einen weniger reichlichen, wenn nicht sogar ärmlichen Eingang in das Reich haben.

Das "wie" des Einganges in das ewige Reich kann für uns nur von unserem Leben abhängen, das wir hier auf der Erde führen. Nur hier auf der Erde haben wir die Möglichkeit, uns in Treue und Entschiedenheit auf die Seite unseres Herrn zu stellen.


Gericht über das Verborgene


Im Alten Testament schon war bekannt, daß Gott jedes Werk, es sei gut oder böse, in das Gericht über alles Verborgene bringen wird. (Pr. 12,14), und der Apostel Paulus schreibt an die Korinther: Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, auf daß ein jeder empfange, was er in dem Leibe getan, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses. (2.Kor. 5,10).

Es heißt dort, daß wir offenbar werden müssen. Macht dies nicht auch den Ernst des Richterstuhles für uns Gläubige deutlich. Wir werden dort nicht gerichtet, d.h. wir werden für unsere Taten nicht bestraft werden, denn die Strafe hat unser Herr für uns getragen. Aber alles, was wir in unserem Leibe getan haben wird offenbar und wir werden vor Gott Rechenschaft ablegen. Also wird nun ein jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben (Rö 14,12). Wir werden dort die Bilanz unseres Lebens sehen. Vieles was wir hier auf der Erde nicht verstehen konnten, sehen wir dort im Licht Gottes, und darauf können wir uns freuen.

Ebenso werden wir dort sehen, welche von den vielen Aktivitäten unseres Lebens Resultate von bleibenden, ja ewigen Wert hinterließen. 1.Kor. 3 sagt uns, daß es Werke geben wird, welche verbrennen, also nutzlos waren für die Ewigkeit.

Wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. (1.Kor. 3,15).

Es wird aber auch Werke geben, welche in der Ewigkeit wiedergefunden werden.

Dabei handelt es sich um Werke, welche im Zusammenhang mit dem Bau des Hauses Gottes hier auf der Erde stehen (1.Kor. 3,11-12).


Bau der Hauses Gottes


Unsere große Aufgabe hier auf der Erde ist es, daran mitzuwirken, daß das Haus Gottes wächst. Alle Werke, die mit diesem Auftrag im Zusammenhang stehen, werden wir in der Ewigkeit wiederfinden und dafür Lohn empfangen! (1.Kor. 3,14) Alle diejenigen jedoch, die sich nicht um diesen Auftrag kümmern, werden Schaden leiden.

Wird ein Christ Lohn bekommen, wenn er sich nahezu ausschließlich in die Beschäftigung mit irdischen Dingen verliert, so, daß er von Gott nicht mehr gebraucht wird und er von einem Ungläubigen praktisch nicht mehr zu unterscheiden ist? Wo bleibt dann sein Beitrag zum Bau des Hauses Gottes?

Man sollte sich jedoch hüten, einem solchen sein ewiges Heil abzusprechen, denn wer eine Wiedergeburt erlebt hat, geht nie mehr verloren (Joh. 10,28). Der Herr allein weiß, ob jemand wiedergeboren ist oder nicht.

Dieser Zusammenhang zeigt, daß ein Christ, wie wenig er auch für den Herrn gewirkt haben mag, vor dem Richterstuhl Christi niemals als Urteil die ewige Verdammnis empfangen kann (er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer), aber was für ein überaus ernster Gedanke, beim Eingang in die Ewigkeit Schaden zu leiden.


unterschiedliche Gesinnung


Wie aber läßt sich dies vermeiden? Indem man hinschaut auf Jesus (Hebr. 12,2), in Seiner Erkenntnis wächst. Die Folge davon wird eine geistliche Gesinnung sein, in welcher wir für unseren Herrn wirken werden.

Bei den Korinthern gab es Christen, welche, anstatt eine geistlichen Gesinnung zu haben, fleischlich gesinnt waren (1.Kor. 3,1); der Apostel Paulus besaß im Gegensatz dazu Christi Sinn (1.Kor. 2,16). Es gibt also durchaus Unterschiede zwischen Gläubigen. Wir alle aber sollten hingelangen zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus (Eph. 4,13). Mit dem Maße des Wuchses, das wir am Ende unseres Lebens erreicht haben, gehen wir in die Ewigkeit. 1.Joh. 2,28 zeigt mit unaussprechlichem Ernst die Möglichkeit, daß man einmal vor seinem Retter und Herrn beschämt dastehen kann: Und nun, Kinder, bleibet in ihm, auf daß wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft.

Bedenken wir, es zählt nicht, hier auf der Erde ein gutes Bild abgegeben zu haben (z.B. der regelmäßige Besuch christlicher Zusammenkünfte, so wichtig dies selbstverständlich ist), es geht nicht darum, wie groß unser geistliches Verständnis gewesen ist, sondern es zählt einzig und allein, inwieweit uns der Herr hier auf der Erde für Seine Sache gebrauchen konnte, wie treu wir am Bau des Hauses Gottes mitgearbeitet haben. Dienst für unseren Herrn setzt Treue voraus, auch in den geringen (weniger populären) Dingen (Matt. 25,21) und schließt unser Bestreben, Seine Gebote zu halten, mit ein. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in diesem ist die Wahrheit nicht. (1. Joh. 2,4), (Joh. 14,21).

Seine Gebote zu halten, bedeutet Seinem Wort zu gehorchen. Dies fängt damit an, daß man in einer Gemeinde aktiv ist, die sich allein auf das Wort Gottes stützt, so daß der Herr selbst bei den Zusammenkünften in der Mitte sein kann. Dies und noch weit mehr, z.B. die Liebe zu allen Heiligen (Eph. 1,15; 1.Joh. 3,10) umfaßt das Halten Seiner Gebote.

Leben wir nach Seinen Geboten, oder gleichen wir solchen, die tun, was recht ist in ihren Augen? (Rich. 17,6) Bedenken wir doch, dort am Richterstuhl, vor den Augen unseres Herrn, wird alles aufgedeckt werden!. Denn es ist nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und verborgen, was nicht kundwerden wird (Matth. 10,25).

Wenn wir bereit sind seinen Willen zu tun, macht Er sich uns offenbar (Joh. 14,20) - eine wichtige Voraussetzung, um Licht und Kraft zu bekommen, um die Werke zu tun, die Er für einen jeden zuvor bereitet hat (Eph. 2,10).


die gelegene Zeit auskaufen


Wenn Du mehr und mehr in Übereinstimmung mit dem Worte Gottes lebst und dem Heiligen Geist in Dir Raum gibst, wirst Du mit wachsender Freude dem Tag entgegensehen, wo Du vor Deinem Herrn stehen wirst. Der Herr selbst wird alles - angefangen von den Motiven unseres Handelns bis hin zu den unscheinbarsten kleinsten Dingen - ans Licht bringen (1.Kor. 4,5). Tröstlich für alle, die hier verkannt oder unberechtigt beschuldigt wurden. Wie manchen wird der Herr dann rehabilitieren! Wie motivierend sollte deshalb der Gedanke an das Offenbarwerden vor unserem Herrn für uns sein.

Leider aber müssen wir alle jedoch mehr oder weniger zugeben, daß wir oft weit mehr als nötig mit Dingen beschäftigt sind, die nur für die Zeit, die wir unter der Sonne verbringen, Bestand haben und für die Ewigkeit wertlos sind (Pred. 2,11, Luk. 12,20). Wir gleichen dann nicht einem wachsamen Knecht, der auf seinen Herrn wartet (Luk. 12,37), sondern werden im Hinblick auf die ewigen Dinge schläfrig. Wie oft haben wir es nötig aufgeweckt zu werden! (1.Th. 5,6).

Wieviel Zeit investieren wir z.B. für unseren beruflichen Werdegang, nicht selten einzig und allein mit dem Ziel, in dieser Welt mehr Macht zu bekommen und uns mehr Materielles leisten zu können? (1. Kor. 7,20; 1.Tim. 6,8; Matt. 6,19-20; Jak. 5,3). Wie wenig Zeit bleibt dann oft, dem Auftrag unseres Herrn nachzukommen, Seine Sache voranzutreiben, beispielsweise durch Büchertischarbeit, evangelistische Hauskreise oder ein Dienst an solchen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen, die gelegene Zeit auskaufend (Eph. 5,16). Solche Arbeit und auch andere, wie z.B. das ständige Gebet für bestimmte Arbeiter im Werk des Herrn, bringt hier auf der Erde kein Ansehen, schafft aber mit des Herrn Hilfe Resultate für die Ewigkeit.


Ziele für unser Leben


Hat jeder von uns Gewißheit über seine spezielle Berufung? Sehen wir noch unsere Aufgaben, die wir hier auf dieser Erde haben? Vergessen wir es nie: Also wird nun ein jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. (Röm. 14,12), auch darüber, wie man seine Zeit hier auf der Erde genutzt hat.

Die unendliche Gnade des Herrn zeigt sich auch darin, daß Er uns dort am (Preis-)Richterstuhl belohnen will (1.Kor. 3,14). Wir wirken nicht um des Lohnes willen, aber wir dürfen, wie Mose, auf die Belohnung schauen (Heb. 11,26). Auch für Paulus war es ein Trost, die Krone der Gerechtigkeit zu bekommen, weil er für seinen Herrn gekämpft hatte (2.Tim. 4,7-8 ). Wofür kämpfen wir? Welche Ziele gibt es in unserem Leben? Haben wir uns in unserem bisherigem Leben um die Interessen unseres Herrn gekümmert?

Ob wir wohl alle diese Krone bekommen?

Denken wir daran, was uns verloren gehen kann! Unser Herr möchte uns hier auf der Erde für die Ewigkeit erziehen. Er möchte uns in seinem zukünftigen Reich als verantwortungsvolle Verwalter einsetzen (Lu. 19,17). Er will, daß wir in der Ewigkeit eine intensive Beziehung zu Ihm haben (Offb. 2,17). Dies alles hängt allein ab von unserer Treue.

Weshalb möchte der Herr uns belohnen, warum hält Er eine Krone für uns bereit? Dadurch werden wir befähigt, Gott in Ewigkeit anzubeten! Sie werden ihre Kronen niederwerfen vor dem Throne (Offb. 4,10).

Wie kurzsichtig ist es, Lohn, der ewig Bestand haben wird, durch einen ungeistlichen Lebenswandel zu schmälern. Wieviel wichtiger ist es doch, unser Leben auf die Dinge auszurichten, die ewig bleiben. Für die Ewigkeit zu leben, das ist realistisch!

Jeder Mensch entscheidet in seinem Leben, wo er die Ewigkeit zubringen wird und ist er zu Gott umgekehrt, wird durch die kurze, noch verbleibende Lebensspanne beeinflußt, wie (d.h. mit welcher Beziehung zum Herrn) (Offb. 2,17) die Ewigkeit zugebracht wird. Sind wir uns dieser ernsten Tatsache bewußt, oder ruhen wir uns auf dem Wissen um unsere ewige Errettung aus und erleiden Schaden im Hinblick auf die Ewigkeit?

Möchten wir alle doch anstreben, einmal das Werk getan zu haben, das der Herr Jesus, der uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat, für uns vorgesehen hat. Jeder von uns sollte ein Ziel kennen, nämlich dieses, an jenem Tage die Worte "Wohl, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn" (Mt. 25,21) aus dem Munde unseres Herrn zu hören.

Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk sein wird.

(Offb. 22,12).

8/93 L. Spies

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