"..... damit ihr wißt, daß ihr 
      ewiges Leben habt,
     
               die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.   (1. Joh 5,13)

Es geht darum, etwas zu wissen, oder es nicht zu wissen.
Der Apostel Johannes schreibt an Kinder Gottes, an solche, die von neuem geboren sind, denn sie glauben an den Namen des Sohnes Gottes. Die Autorität, welche mit diesem Namen verbunden ist, wirkt bestimmend in ihrem Leben. Er gibt diesen Gläubigen in der Anfangszeit des Christentums die notwendige Belehrung, damit sie absolut sicher wissen, daß sie ewiges Leben haben. Ewiges Leben - ein Leben, das sie nie wieder verlieren können, denn ein Leben, das man verlieren kann, kann zu keinem Zeitpunkt als ewig bezeichnet werden.

Leider gibt es viele Gläubige, die bezeugen, ein Kind Gottes zu sein, jedoch ständig in Furcht leben, durch Sünde oder Unglaube wieder von Gott entfernt zu werden, also eventuell doch noch "verloren zu gehen". Eigentlich unverständlich, angesichts der vielen Stellen in Gottes Wort, welche eindeutig klarstellen, daß ein Mensch durch Buße (= Umkehr) zu Gott und durch Glauben an Jesus Christus ewiges Leben erlangt (Joh 3,16).

Jesus Christus selbst bezeichnet den Empfang des ewigen Lebens als eine neue Geburt (Joh 3,3). Ist jemand "von neuem geboren", so ist diese Geburt, ebenso wie eine natürliche Geburt, nie wieder rückgängig zu machen, denn er ist aus dem Geiste Gottes geboren. Gott ist sein Vater geworden. (Eine  Vater - Kind-Beziehung kann   nicht aufgehoben werden.) Den Geist eines solchen "neuen" Menschen vergleicht der Herr Jesus mit dem Wind (Joh 3,8). Man verspürt die Auswirkung des neuen Lebens, aber Anfang und Ende desselben ist nicht zu ergründen - es ist ewig.
Die Garantie von Seiten Gottes für die ewige Sicherheit eines wiedergeborenen Menschen ist die Gabe des Heiligen Geistes. Er gibt ihn denjenigen, welche wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. (1. Petr 1,23).
Nur für solche gilt: In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung. (Eph 1,13).(Siehe auch Eph 4,30, 2. Ko 1,22.)

In einem anderen Gespräch sagt der Herr Jesus von den Menschen, die Ihm nachfolgen: "Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir, und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben." (Joh 10,27).
Menschen, die dem Herrn Jesus angehören, sind daran zu erkennen, daß sie Ihm nachfolgen. Sie sind Seinem Aufruf, Buße zu tun, gefolgt. Wenn bei einem Menschen, der bekennt, Buße getan zu haben, keine Kennzeichen der Nachfolge (Gehorsam gegenüber Gottes Wort) zu sehen sind, so kann durchaus bezweifelt werden, daß eine echte Umkehr stattgefunden hat. Für jeden aber, der wiedergeboren ist, gilt die eindeutige, unmißverständliche Aussage aus dem Munde des Herrn Jesus Christus: "Meine Schafe ... gehen nicht verloren ewiglich". Niemand, der neues Leben empfangen hat, kann dieses jemals wieder verlieren (siehe auch Joh 6,39).

Dies bedeutet allerdings nicht, daß ein "Wiedergeborener" tun und lassen kann was er will. Er untersteht der unmittelbaren Zucht des Herrn und der Herr greift ein, wenn sein Leben nicht mit seinem Bekenntnis übereinstimmt.
Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er wie ein Vater den Sohn, den er gern hat (Spr 3,12, Heb 12,6).
Ich überführe und züchtige alle, die ich liebe. (Off 3,19) .

Niemand, welcher von der göttlichen Inspiration und der daraus folgenden Widerspruchsfreiheit der Bibel überzeugt und wiedergeboren ist, sollte den geringsten Zweifel an seiner ewigen Rettung haben. Leider aber gibt es nicht Wenige, die immer wieder bestimmte Bibelstellen heranziehen, um zu beweisen, "daß ein Gläubiger doch verloren gehen kann". Hätten sie recht - die Bibel würde sich widersprechen und wäre damit nicht Gottes Wort! Diese Bibelstellen sind dann, wenn sie nicht in ihrem Zusammenhang gesehen werden, schwer zu verstehen, "... was die Unwissenden und Unbefestigten verdrehen ... zu ihrem eigenen Verderben. (2. Petr 3,16).

Um das Verständnis über die Aussage einiger dieser "schwierigen" Bibelstellen zu erleichtern, folgen zu drei besonders häufig falsch ausgelegten Stellen einige kurze Hinweise. Jeder hat die Möglichkeit, unter Gebet Verständnis für die ihm schwierig erscheinenden Bibelstellen zu bekommen!

1.) Joh 15,6: Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Diese Aussage wird nur dann richtig verstanden, wenn man bedenkt, daß dies den Jüngern zu einem Zeitpunkt gesagt wurde, wo sie den Heiligen Geist noch nicht hatten. Für sie bestand die Gefahr, die Verbindung zu ihrem Herrn für immer zu verlieren, wenn sie "nicht in ihm blieben". Judas war ein trauriges Beispiel dafür, er war eine "Rebe", die "hinausgeworfen" wurde.

Der Weinstock ist kein Bild von der Gemeinde. Wir finden nirgendwo, daß Glieder vom Leib Christi abgetrennt werden.

2.) Rö 11,21: Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht geschont hat, wird er auch dich nicht schonen.

Auch hier geht es nicht um die Gemeinde, der alle wahren Gläubigen angehören, sondern um Menschen, die sich als Christen bezeichnen. Diese können heilig sein (V 16), auch ohne neues Leben zu besitzen. So sind z.B. alle Kinder gläubiger Eltern heilig und ein Ungläubiger ist durch seinen gläubigen Ehepartner geheiligt. (1.Ko 7,14)

3.) Heb 6,4: Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind ... und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, ...
Hierbei handelt es sich um Menschen, welche im Begriff standen, Buße zu tun, sich aber dann doch noch abwandten.
Sie waren erleuchtet (Gott erleuchtet jeden Menschen (Joh 1,9)). Sie hatten die himmlische Gabe intensiv kennengelernt (geschmeckt) und die Wirkung des Geistes in sich verspürt - aber sie sind nie mit dem Heiligen Geist versiegelt worden.
Diese Bibelstelle ist eine sehr ernste Warnung. Mit der Gnade Gottes kann man nicht "spielen".

Für jemanden, der die Gnade Gottes in Anspruch genommen hat, gilt diese Warnung nicht mehr, denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; (1. Joh 5,4), mit der Kraft des neuen göttlichen Lebens. Niemand, der wiedergeboren ist, sollte bezweifeln, daß die Kraft des neuen Lebens ausreicht, ihn ans Ziel zu bringen. Das Werk des Herrn Jesus auf Golgatha wäre unvollkommen, wenn Menschen aus eigener Kraft an ihrer ewigen Rettung mitwirken müßten. Niemand wird sich vor Gott rühmen können (Eph 2,8-9).

Glaube den Zusagen Gottes. (Bedenke: wer Gott nicht glaubt, hat ihn zum Lügner gemacht. (1. Joh 5,10)). Jeder, der die Gnade Gottes in Anspruch genommen hat, sollte frei von Angst der Wirksamkeit dieser Gnade völlig vertrauen, so wie der Apostel Paulus. Er schreibt:

"Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn" (Rö 8,38).

6/92 L. Spies                                                 <<<<< zurück