Eine gute Chance stellt uns vor die Wahl

Bilanz des Lebens

Unser Leben ist kompliziert. Ständig stehen wir vor Entscheidungen und nach einer getroffenen solchen vor der Frage: Habe ich jetzt richtig entschieden? Manche Entscheidungen können wir nachträglich korrigieren. Von manchen richtigen Entscheidungen profitieren wir lebenslang. An Folgen falscher Entscheidungen leiden wir genau so lange. Das Problem unseres Lebens ist, daß wir niemals vorher wissen, wie wir entscheiden sollen. Entscheidungen zu verzögern hilft auch nicht, da manche Entscheidungssituationen nur vorübergehend sind. Für viele Entscheidungen gibt es ein „zu spät“.
Jeden Tag sind wir damit beschäftigt, unser Leben mit seinen vielschichtigen Anforderungen zu meistern. Lange bevor es Computer gab, die in der Lage waren, mehrere Prozesse gleichzeitig ablaufen zu lassen, war der Mensch ein multitasking-fähiges Wesen. Wir müssen immer wieder eine Balance aller Anforderungen an uns herstellen, damit niemand aus unserer Umgebung mit uns unzufrieden wird.

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Jeder von uns lebt wie ein Jongleur, der ständig bemüht ist, alle Bälle, die er bewegt, in Bewegung zu halten. Im Unterschied zu einem Jongleur im Zirkus bewegen wir uns allerdings ständig vorwärts auf der Zeitachse. Dabei versuchen wir beständig, fünf Kugeln in Bewegung zu halten, während wir uns vorwärts bewegen. Jeder bewegt sich in seiner ihm eigenen Geschwindigkeit durch die Zeit und jongliert gleichzeitig fünf Bälle. Wer darauf Wert legt, sich schneller und besser fortzubewegen, verliert dabei leicht die Orientierung. Viele Menschen bewegen sich zu schnell, verlieren dabei einige Kugeln und vergessen, wo sie sind. Wer selbst in Bewegung ist, sollte nur so schnell gehen, wie es ihm gelingen kann, die Balance seiner Kugeln zu erhalten. Wir müssen dabei oft langsamer gehen, als wir meinen. Warum? Laßt uns dazu die fünf Kugeln betrachten um deren Bewegung und Gleichgewicht wir uns bemühen. Folgende Bälle jonglieren wir:
• Familie
• Freunde
• Gesundheit
• Karriere
• geistliche Bedürfnisse
Wir sind immer in der Gefahr, falsche Prioritäten zu setzen. Nach meinen Beobachtungen bemühen sich die meisten um Karriere. Der Ball „Karriere“ ist aus Vollgummi. Wenn er hinunter fällt, springt er wieder hoch und kann problemlos wieder aufgenommen werden. Aber der Einfluß des Balles „Karriere“ ist stark, weil wir hier sofort Auswirkungen unseres Handelns sehen. Darum stehen wir in der Gefahr, zu sehr diesem Ball Beachtung zu schenken. Tun wir das, dann besteht die Gefahr, daß uns auch einer von den anderen Bällen hinunterfällt.
Wie schon gesagt, wenn „Karriere“ hinunter fällt, ist das meist nicht so schlimm. Wenn aber „Familie“, „Freunde“, „Gesundheit“ oder „geistliche Bedürfnisse“ hinunterfallen, gibt es Katastrophen. Diese Kugeln sind nämlich aus Glas. Wenn wir diese Kugeln verlieren, bekommen sie bestenfalls einen Sprung. In der Regel jedoch zerbrechen sie. Unzählige Menschen haben sich in ihrem Leben vorwiegend auf ihre Karriere konzentriert. Am Ende haben sie aber nur noch eine intakte Kugel. Alle anderen, „Familie“, „Freundschaften“, „geistliche Bedürfnisse“ und „Gesundheit“ gehen zu Bruch. Wenn das Rentenalter erreicht ist, ist es mit der Karriere vorbei und man steht vor dem Scherbenhaufen der anderen zerbrochenen Kugeln.
Wir müssen daher zeitlebens darauf achten, beim jonglieren eine gesunde Ausgewogenheit der verschiedenen Lebenskugeln zu erhalten. Das fordert ständige Entscheidung, das Richtige zu tun. Das ist anstrengend, weil wir uns nicht immer sicher sind, ob wir richtig entscheiden.
Wenn das Leben dem Ende entgegen geht, zieht man Bilanz. Selbst, wenn einem das meiste gut gelungen ist, gab es viel zu viele negative Erfahrungen. Viele Menschen verbittern, je älter sie werden.
In China faßt man das Leben in drei Worten zusammen: - schreien - Bitterkeit, Enttäuschungen - verwelken -
Das sind drei Lebensphasen. Der Mensch schreit, wenn er den Mutterleib verläßt und geboren wird. Während seines Lebens als Erwachsener erlebt er viele Enttäuschungen und Bitterkeit. In seiner letzten Lebensphase verwelkt er.

Wie man mit seinem Leben zurecht kommt

Vor etwa 3500 Jahren machte eine wichtige antike Persönlichkeit eine ähnliche Entdeckung.
Ps. 90,10 und 12 vorlesen
Glaubt man der WHO-Jahresstatistik, dann erreicht ein durchschnittlicher Mensch unter normalen gesundheitlichen und friedlichen Bedingungen ein Lebensalter zwischen 70 und 80 Jahren. Wir können daher feststellen, daß sich der Mensch seit 3500 Jahren hinsichtlich seiner Lebenserwartung nicht verändert hat. Auch die Feststellung von Mose über den Lebensinhalt können wir sicher bestätigen. Selbst wenn unser Leben gut war, war es nur Stolz und Nichtigkeit bzw. nach der Luther-Übersetzung nur Arbeit und Mühe. Wie man in China zusammenfaßt: schreien, Bitterkeit, verwelken.
Wenn sich der Mensch und sein Leben in den letzten 3500 Jahren nicht wesentlich geändert haben, dann können wir auch von den vor 3500 Jahren gesammelten Erfahrungen lernen. Betrachten wir Moses Erkenntnis. Wir können zugeben, daß auch unser Leben heute das gleiche Problem hat, das bereits Mose beschreiben hat.
Erkenntnis bietet eine gute Chance, die uns vor die Wahl stellt. Ignorieren wir diese Erkenntnis? Stellen wir uns der Erkenntnis? Welche Entscheidung treffen wir? Mose hat diese Chance genutzt. Er hat sich entschieden. Er entschied sich, sein Leben nicht selbst zu gestalten. Er bat Gott um Hilfe.
Ps. 90,12 vorlesen
Wir brauchen Weisheit. Wir müssen von Gott, der uns geschaffen hat, gelehrt werden, unsere Tage zu zählen, damit wir weise werden. Luther übersetzte: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden“. Das ist etwas mißverständlich, denn durch das Sterben werden wir zwar klüger, aber das nutzt uns in unserem Leben nichts. Es geht darum, unsere Tage zählen zu lernen, damit wir weise im Leben werden. Wenn unser Leben nur Arbeit und Mühe ist, brauchen wir Gottes Weisheit, um richtig damit umzugehen. Mose bat Gott um Anleitung, mit seinem Leben richtig umzugehen, um Weisheit für die richtige Balance seiner Lebensbereiche. Er bat: „Lehre mich, daß ich endlich bin, daß ich sterben muß, lehre mich, daß ich diese Tage in der richtigen Weise ausnutze, lehre mich Weisheit.“
Warum ist es wichtig, daß wir unsere Tage zählen? Weil wir sterben müssen und in unserer begrenzten Lebenszeit unser kompliziertes Leben nicht allein meistern können. Die Zeit unseres Lebens rennt uns weg. Es ist wie bei der Armee, wo man für die letzten 150 Tage ein Maßband dabei hat und jeden Tag ein Zentimeter abschneidet, bis der Wehrdienst vorüber ist. Jeden Tag schneiden wir einen Teil unseres Lebens ab. Gelegenheiten, die heute nicht genutzt werden, sind morgen Geschichte. Zu Entscheidungen, die wir heute nicht treffen, haben wir vielleicht morgen keine Gelegenheit mehr. Unser ganzes Leben kann morgen Geschichte sein.
Wie wird man weise?
Ps. 111,10 vorlesen
Spr. 1,7 vorlesen
Spr. 15,33 vorlesen

Sündenerkenntnis - eine gute Chance, Weisheit zu erlangen

Mose, die bedeutendste Persönlichkeit in der Geschichte Israels vor Jesus Christus, erkannte, daß er diese Weisheit nicht hatte. Er brauchte sie. Darum wandte er sich mit seinem Problem an den, der ihn geschaffen hat. Wir werden daher den Zusammenhang betrachten, in dem er seine Bitte äußerte.
Ps. 90,7-12 vorlesen
Mose erkannte, daß er ein Sünder war. Sünde ist Ursache für die Nichtigkeit des Lebens. Er erkannte seine Sünde, weil Gott sie vor sich gestellt hat. Unsere Sünde, die Gott vor sich gestellt hat, macht unsere Beziehung zu Gott unmöglich. Mose erkannte Sünde als Ursache für die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Sünde ist Ursache dafür, daß der Mensch 70 bis 80 Jahre alt wird und daß der Stolz dieses Lebens Mühe und Nichtigkeit ist.
Was tat Mose mit dieser Erkenntnis? Er blieb nicht dabei stehen, sondern er handelte. Diese Erkenntnis war eine gute Chance, die ihn vor die Wahl stellte, Konsequenzen zu ziehen. Welche Entscheidung hat Mose getroffen?
Ps. 90,12 vorlesen
Wenn der Herr uns durch sein Wort eine geistliche Wahrheit offenbart, ist dies eine gute Chance für uns. Es ist nicht nur eine Chance, es ist eine ausgesprochen gute Chance. Nutzen wir die Gelegenheit wie Mose?
Stellen wir uns vor, wir wären an Moses Stelle. Wir würden wie Mose unsere persönliche Sünde als Ursache für unser jämmerliches und nichtiges Leben erkennen und wären vor der gleichen Entscheidung, wie Mose. Wie würde jeder von uns entscheiden?
Jeder Mensch kann erkennen, daß er Sünder ist.
Joh. 16,8 vorlesen
Was ist Sünde? Jedesmal lerne ich am Büchertisch in Erlangen, daß es hier kaum Sünder gibt. Erlangen eine ist sündenfreie Zone. Die meisten Gesprächspartner halten große Verbrechen für Sünde. Das griechische Wort, daß im Neuen Testament für Sünde verwendet wird, beschreibt nicht in erster Linie auffällige moralische Verfehlungen. Das Wort „Hamartia“ kann als Zielverfehlung übersetzt werden. Sünde ist Zielverfehlung. Man zielt mit einem Wurfgeschoß, trifft auch, aber daneben.
Rö. 3,23 vorlesen
Kein Mensch entspricht den Anforderungen, die Gott an in stellt.
Sündenerkenntnis stellt uns vor die Wahl. Wir können unsere Sünde leugnen, sie weg diskutieren, sie rechtfertigen. Wir können aber auch wie Mose zugeben, das wir Sünder sind. Wir können zugeben, daß unser Leid, unsere Probleme und die Bedeutungslosigkeit unseres Lebens logische Folge der Sünde sind.
Und dann? Wenn Gott Menschen während ihres Erdendaseins Sündenerkenntnis schenkt, ist dies eine große Chance. Hätte er keinen Ausweg, würde er uns keine Erkenntnis unsere Sünde geben. So ist die vom ihm gegebene Erkenntnis eine gute Gelegenheit, die uns vor die Wahl stellt. Wir können unsere Sünde vor Gott zugeben, dann wird sie weggenommen (1.Joh. 1,8-9). Wie Mose können wir dann zu Gott beten.
Ps. 90,12 vorlesen
0 Gute Gelegenheiten werden nicht genutzt
Eine gute Gelegenheit ist nur nützlich, wenn man sie nutzt. Leider verstreichen viele gute Gelegenheiten in der Hoffnung, später noch eine zu bekommen. Wir haben keinen Anspruch auf eine zweite Chance. Nutzen wir also die erste, mit unserem Leben und unserer Beziehung zu unserem Schöpfer in Reine zu kommen. Machen wir nicht den gleichen Fehler, wie die folgenden Personen, die eine ausgesprochen gute Gelegenheit hatten, Jesus Christus kennenzulernen:
Apg. 24,22-27 vorlesen
Apg. 25,13-14;26,1-4.24-29 vorlesen
Wie viele Menschen würden einiges dafür geben, eine solche Chance zu bekommen, die Felix, Drusilla, Festus, der König Agrippa und seine Frau hatten. Sie haben ihre Chance nicht genutzt.
Ich bin davon überzeugt, daß alle Personen, die im obigen Text erwähnt sind, eine hohe Meinung von Paulus hatten. Sie hatten sicher auch eine hohe Meinung von Jesus Christus. Eine hohe Meinung von Jesus Christus zu haben, nutzt nichts. Eine Bekehrung nur mit Worten nutzt nichts. Es geht nicht um die Wahl eines Markenartikels, zu dem man eine hohe Meinung haben kann, sondern um das persönliche Lebensschicksal einer Person, die von Gott eine Chance erhält. Daher kann man die von Gott gegebenen Gelegenheiten, ihn kennenzulernen, nur mit ganzem Herzen nutzen. Theorie ist nicht wichtig, sondern Praxis.
Joh. 14,15 vorlesen

Eine gute Gelegenheit richtig genutzt

Dieses auf der Folie abgebildete Chinesische Schriftzeichen ist das Zeichen für „lai“, „Kommen“. Wir sehen ein Kreuz. Links und rechts unterhalb des horizontalen Kreuzbalkens ist jeweils ein Zeichen für „ren“, „Mensch“ abgebildet. Der vertikale Kreuzbalken wird am unteren Ende des Zeichens mit einem großen Zeichen für „Mensch“ überlagert. Dieses Chinesische Schriftzeichen für „Kommen“ kann man gut verwenden, um eine bestimmte geistliche Wahrheit darzustellen. Der große Mensch, der den vertikalen Kreuzbalken überlagert, ist Jesus Christus, der am Kreuz für uns Menschen starb. Die kleinen Menschen unterhalb der horizontalen Kreuzbalken bedeuten, daß jeder Mensch zu Jesus kommen kann, um Vergebung der Sünden durch das Sterben Jesu am Kreuz zu erlangen.
Mit diesem Schriftzeichen möchte ich überleiten zu einem historischen Beispiel, wie ein Mensch seine letzte gute Chance nutzte.
Lk. 23,32-43 vorlesen
Das Schriftzeichen für „Kommen“ zeigt auch genau diese im Text beschriebene Situation. Jesus Christus hängt am Kreuz. Rechts und links von ihm hängen zwei Verbrecher. Beide verbringen ihre letzten Stunden mit dem Sohn Gottes. Welch ein Vorrecht, welch eine Chance. Wie nutzen sie diese Chance? Der links von Jesus hängende Mann fordert, daß Jesus sich, ihn und den anderen befreit. Welche Wahl trifft er?
Welche Wahl trifft der andere? Bittet er genauso? Bittet er um einen sanften Tod? Bittet er um Schmerzfreiheit und schnelle Erlösung vom Leiden? Bittet er um ein Wunder, um überleben zu können?
Wenn wir vor einer ähnlichen Wahl stehen, wie die beiden Verbrecher, die neben Jesus am Kreuz hängen, ist diese Wahl nicht vergleichbar mit einer Auswahl, die wir täglich treffen müssen. Wenn wir eine Stereoanlage kaufen, können wir die Wahl treffen zwischen verschiedenen Markenprodukten oder wir gehen in einen billigen Lebensmitteldiscounter. Die Wahl, vor die Gott uns stellt, ist damit nicht vergleichbar. Christ zu werden, bedeutet nicht daß wir unsere Ideologie wechseln, weil die andere günstiger ist. Wir können auch nicht durch eine Zauberformel Jesus aufnehmen und dann weiterleben wie bisher. Es ist keine Kopfentscheidung, wie die Entscheidung für eine Herstellermarke. Es ist viel mehr. Es geht um unser Herz. Unsere ganze Persönlichkeit ist zur Entscheidung gefordert.
Zurück zur Situation am Kreuz. Was tut der Verbrecher auf der rechten Seite? In den Versen 40-41 gibt er vor dem anderen seine Sünde zu. Er gibt zu, daß er schuldig ist und daß er die Strafe, die er erleidet, verdient hat. Der große Mann Jesus am Kreuz hört es. Dann wendet sich der Verbrecher an Jesus mit einer bescheidenen Bitte: „Denke an mich, wenn du wiederkommst.“ Er bittet nicht um Rettung, er bittet nicht um große Dinge. Er bittet ganz bescheiden und demütig: „Denke an mich, wenn du wiederkommst.“ Mehr erbittet er nicht. Wie antwortet Jesus? „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Jesus rettet ihn. Das war buchstäblich Rettung in letzter Minute.
Was hat dieser Verbrecher getan? Er hat gehandelt, wie Mose. Er hat seine wirklich einmalige Chance genutzt. Diese Situation hatten nur zwei Menschen aus der gesamten Menschheit. Beide hatten die gleiche Chance. Einer hat sie genutzt. Er hat seine Sünde zugegeben und hat zugegeben, daß er zu Recht am Kreuz hängt, während Jesus unschuldig sterben muß. Dann bat er wie Mose in Ps. 90 um Hilfe. Der Herr half ihm und rettete ihn.
Viele Menschen habe eine vergleichbare gute Chance, die sie vor die Wahl stellt. Nutzen sie diese Chance? Hat jeder heute morgen unter uns diese gute Chance gehabt, Jesus Christus kennenzulernen? Hat jeder schon seine Wahl getroffen? Jesus Christus steht vielleicht heute vor dir und bietet dir seine Rettung an. Heute ist die Gelegenheit. Morgen kann diese Chance schon Geschichte sein, schlimmstenfalls weil du dann vielleicht auch schon Geschichte bist. Darum ist es heute wichtig, Jesus Christus anzunehmen als Herrn und Retter. Morgen ist vielleicht aus verschiedenen Gründen keine günstige Gelegenheit mehr.
Off. 3,20 vorlesen

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Bei Fragen zur Predigt: >>>E-Mail an Dr. Martin Langstädtler